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  • Carmen Schiefer

Frühlingzeit-Knospenzeit: Die Kraft neuen Lebens oder der neue Hype in der Pflanzenheilkunde


Als ich vor etwa 4 Jahren die Knospenmedizin oder Gemmomazerate für mich entdeckte, war im wunderbaren World Wide Web die Information über diese Knospenauszüge ziemlich rar gesät. Über den Einsatz bei Tieren konnte ich rein gar nichts finden und fing an, meinen eigenen Kater mit der meistgenutzten Knospe zu behandeln, Ribes nigrum (schwarze Johannisbeere). Er hatte eine schwere Entzündung an einer Scheinzitze, die dann innerhalb von 2 Wochen komplett verschwand.


Heute sieht das alles ein bisschen anders aus und die Knospenextrakte sind sozusagen der neue Stern am Himmel der Pflanzenheilkunde, denn genau dazu zählt die Gemmotherapie. Es ist auch überhaupt nicht verwunderlich, dass sich insbesondere viele Tierheilpraktiker auf dieses Thema stützen wollen, denn seit dem neuen Tierarzneimittelgesetz, welches Ende Januar in Kraft getreten ist, müssen wir eben alle neue Wege und Mittel finden, um euren Tieren gut zu helfen. Für mich gehören diese Knospenextrakte als Nahrungsergänzungsmittel auf jeden Fall seit Jahren zu meinem festen Repertoire.


Was aber unterscheidet eigentlich eine Knospe von den Pflanzenbestandteilen (Wurzel, Blätter, Blüten), die sonst gerne im Bereich der Pflanzenheilkunde angewendet werden? Was macht Knospen so wertvoll?


Knospen von Bäumen und Sträuchern haben eins gemein: Sie beinhalten alles, um Blätter, Blüten, Früchte, Zweige und ganz allgemein neues Leben zu generieren. Kein anderer Bestandteil einer Pflanze hat eine so hohe Zellteilungsrate, wie eine Knospe. Das macht Knospen so enorm wertvoll und sehr vielfältig in der Unterstützung als Nahrungsergänzung. Dazu besitzen sie natürlich die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die verschiedene Bereiche im Körper unterstützen können, ebenfalls beinhalten sie Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Proteine und einige andere hilfreiche Stoffe, eben je nach Art der Knospe.


Schon seit Tausenden von Jahren werden die jungen, frischen Knospen von Menschen genutzt: Tatsächlich als Ernährung, aber auch zur Behandlung von Krankheiten. Neu ist dieses Thema also gar nicht, aber neu entdeckt und das finde ich wunderschön, denn ich liebe Gemmomazerate.


Knospenextrakte generell regen den Zellstoffwechsel an und sorgen für das Ausschleusen von Stoffwechselendprodukten, Schadstoffen und Umweltgiften aus dem Körper, sie haben also eine starke Entgiftungswirkung. Bei manchen Tieren kann sich das im Haarkleid oder auch am Urin bemerkbar machen, der sich in Farbe und Geruch verändern kann. Sie können schnell bei Durchfall helfen, wie z.B. die Walnuss, das Immunsystem regulieren und Allergien positiv beeinflussen (schwarze Johannisbeere), die Atemwege stärken (Haselnuss) und dem Körper viele Impulse zur Heilung geben. Sie können mit anderen Therapien aus der Naturheilkunde kombiniert werden und ebenso mit schulmedizinischen Medikamenten bzw. kann es sogar gelingen, diese in Absprache mit dem Tierarzt und dem behandelnden Tierheilpraktiker zu reduzieren, wenn ein Tier sehr gut auf diese Nahrungsergänzung anspricht.


Aber auch für die Knospen gilt: Alles was vorne reinkommt, hat eine Wirkung. Da gerade bei den Knospen alle Inhaltsstoffe wirklich „geballt“ enthalten sind, ist dies meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen und ich störe mich ein ganz klein wenig an dem, was ich teilweise jetzt im Netz lese, da es fast ausschließlich auf Erfahrung im Humanbereich basiert. Nach 2 Jahren Ausbildung in Pflanzenheilkunde sehe ich manche Inhaltsstoffe schon ein bisschen kritischer als andere Menschen, scheint mir. Bitte behaltet im Hinterkopf, dass unsere Tiere eben keine „kleine Menschen“ sind und was nebenwirkungsfrei für Menschen ist, nicht den gleichen Effekt für unsere Tiere haben muss.


Um die Vielfältigkeit darzustellen, habe ich hier eine Übersicht von nur einer Knospe angefertigt, nämlich Corylus avellana, der Haselnuss. Hier könnt ihr sehen, dass Haselnuss eben mehr kann, als nur „Nüsschen“.




Mein Resümee: Knospen ja bitte, aber mit Bedacht und richtig!


Alles Gute für euch und eure Vierbeiner…


Eure Carmen

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